Institut für Neuropathologie  
       

-->MS Studienbeschreibung

In vivo Identifizierung und Charakterisierung pathogenetischer Subtypen der entzündlichen Entmarkung

Leiter: Prof. Dr. W. Brück

Mitarbeiter: Frau Dr. med. Imke Metz, Dr. med. Erik Bahn

Kontakt: Tel. +49-551-3922700, email:

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine Erkrankung des Gehirns und Rückenmarkes, bei der es im Rahmen einer entzündlichen Reaktion zu einer Gewebeschädigung in Gehirn und Rückenmark kommt.

Feingewebliche Untersuchungen im Mikroskop erlauben es, die krankhaften Veränderungen im Gehirn zu erkennen. Prof. Brück konnte feststellen, dass die Gewebeveränderungen bei entzündlich-entmarkenden Erkrankungen nicht immer gleich aussehen. Er fand vier verschiedene Schädigungstypen, die darauf hinweisen, dass verschiedene Mechanismen zur Erkrankung führen.

Man muss also davon ausgehen, dass die MS mehr als eine Ursache hat. Dies verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass auch die Krankheitsverläufe sehr unterschiedlich sind. Es lässt sich vermuten, dass bei den Schädigungstypen aufgrund der unterschiedlichen Krankheitsentstehung verschiedene Medikamente wirksam sind.

Bislang können die unterschiedlichen Schädigungstypen nur anhand einer Probeentnahme des Gehirns festgestellt werden. Diese Gewebeprobe kann und sollte nur in ganz speziellen Fällen durchgeführt werden, wenn der Verdacht einer anderen bedrohlichen Gehirnerkrankung (z.B. ein Hirntumor) im Raume steht. Stellt sich bei der mikroskopischen Untersuchung eine entzündliche Entmarkung dar, können wir diese Patienten im nachhinein in unsere Studie aufnehmen. Die Untersuchungsergebnisse werden mit den klinischen und bildgebenden Befunden (in der Regel die Kernspintomographie) verglichen. So sollen spezielle Veränderungen gefunden werden, die auch ohne Gewebeentnahme die Feststellung des Schädigungsmusters erlauben. Übergeordnetes Ziel ist es, Therapiemöglichkeiten zu entwickeln, die den Entstehungsmechanismus der Krankheit berücksichtigen.

Es handelt sich um eine internationale Studie in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. C. Lucchinetti von der Mayo Klinik in Rochester, USA. Sollten Sie an einer entzündlich entmarkenden ZNS-Erkrankung, wie z.B. MS, leiden und wurde bei Ihnen eine Gewebeprobe des Gehirnes entnommen, so sind Sie bei Interesse an einer Studienteilnahme herzlich willkommen, mit uns Kontakt aufzunehmen.